"Die Waffen nieder" Der Film in Bremen und Lübeck im März 2020

ABGESAGT !

Die Waffen nieder! Schwerter zu Pflugscharen!

Freitag, 20. März, 19:00

Villa Ichon

Goetheplatz 4, 28203 Bremen

Die DFG-VK Gruppe Bremer lädt zum Filmabend in die Villa Ichon ein.

Wir zeigen den Dokumentarfilm „Die Waffen nieder! Schwerter zu Pflugscharen“ von Nils-Holger Schomann. Der Rechercheur aus Lübeck ist Vorort und lädt im Anschluss zur Diskussion über den Film ein. Und fragt: wo bleibt die Friedensbewegung? Die Lage in der Welt spitzt sich zu, neben laufenden Kriegen wird immer häufiger mit Gewalt und Krieg gedroht, um vermeintlich damit Probleme zu lösen oder die eigenen Interessen durchzusetzen. Aufrüstung wird von allen Seiten vorangetrieben. Jüngst stimmte Deutschland gegen die mehrheitlich in der UNO beschlossene Ächtung von Atomwaffen und hat über die atomare Teilhabe der NATO sogar einen teilweisen Zugang zu Atomwaffen, die im Fliegerhorst Büchel in der Eifel lagern und von dort aus mit deutschen Tormado-Flugzeugen eingesetzt werden sollen. Deja vu? Nicht nur der Lubecker Filmemacher Nils-Holger Schomann fragt: wo ist die Friedensbewegung in dieser Situation? Und geht auf Spurensuche: Beginnend etwa 1981, da war er schon in Bonn mit der Kamera dabei, als hundertausende gegen die Aufstellung von Pershing II-Atomraketen in Deutschland protestierten. Das Filmmaterial von damals zeigt: die Friedensbewegung hatte weltweiten Einfluß und schon wenige Jahre später werden die zunächst aufgestellten Raketen von den Großmächten wieder abgebaut. Spurensuche heute: einige hundert Menschen marschieren Ostern 2016 vor dem Fliegerhorst in Buchel/Pfalz gegen die dort gelagerten 20 Atombomben. Die örtliche Friedensbewegung ist seit vielen Jahren sehr aktiv. Auch in Lübeck gibt es wieder Ostermärsche. Nils-Holger Schomann ist mit der Kamera dabei wie auch im gleichen Jahr bei den Mahnwachen vor dem Fliegerhorst Jagel, von dort werden Drohneninsätze in der ganzen Welt geplant und später auch gesteuert. Sie werden immer wieder von Polizisten mit ihren Instrumenten weggetragen und setzen sich wieder vor die Kasernentore, während sie musizieren – eine ungewöhnliche, aber gewaltfreie Form des Protestes. Die Parole: „Schlußakkord für Drohnenmord“ , denn die in Jagel stationierten Drohnen sollen zukünftig nicht nur Luftbilder machen, sondern bald auch bewaffnet werden. Überall wo die Bundeswehr wirbt, sind Pazifisten vor Ort und sagen: Kein Werben fürs Sterben- Bundeswehr abschaffen ! Ist es ein Zufall, daß die deutsche Armee ausgerechnet in Mali/Afrika eingesetzt wird, genau dort, wo die wichtigsten und größten Uranvorkommen lagern und abgebaut werden ? Der Filmemacher fragt Aktivisten: haben sie das Gefuhl, etwas beeinflussen zu können und wird die Friedensbewegung in diesen Zeiten wieder sichtbarer und einflußreicher werden? Freunde, Bekannte, Aktivisten geben Auskunft und SchauspielerInnen wie Rolf Becker lesen Texte dazu: Was ist Frieden? Gibt es einen gerechten Frieden? Ist Frieden mehr als die Abwesenheit von Krieg? Wo steht die Friedensbewegung gerade und kann sie wieder größer und einflußreicher werden ? Domumentarfilm von Nils-Holger Schomann Länge: ca. 91 Minuten Stab: Nils-Holger Schomann (Bildgestaltung & Montage) Rolf Becker, Schauspieler (Sprechtexte/ Zitate) Evelyn Luka (Redaktion) Thore Schomann (Originalton) Ronald Mehling, Michael Schulze von Glaßer (Kamera) Gruppe Lebenslaute (mit Musik u.a.von Ton-Steine-Scherben)

Klima und Krieg- ein Zusammenhang wird hergestellt

Alles muß man selber machen- auch die Berichterstattung über das, was ist. Die bürgerlichen Medien ignorieren beharrlich alle antikapitalistischen Aussagen bei Fridays for Future. Deshalb hier die Rede von Nils-Holger Schomann auschnittsweise im Film.
NHS 0279

6000 in Lübeck- Millionen weltweit im Klimastreik

Wahrscheinlich die größte politische Demo in Lübeck seit Menschengedenken- dabei waren diesmal alle Altersgruppen. Die großen Medien haben wieder einmal wie über ein großes Familienfest berichtet, die radikalen Forderungen nach einem "Systemchange" sind ihnen entgangen. Über den Versuch einiger Aktivisten aus der Friedensbewegung, die akute Kriegsgefahr zum Thema zu machen und die Bundeswehr als gewaltigen Klimasünder zu benennen, wurde auch nicht berichtet. Deshalb mache ich das hier und veröffentliche auch die Rede der DFG/VK auf der Demo, die von mir gehalten wurde, als die Demo bei Dräger vorbei kam.

Presseerklärung vom 23.09.19

Fridays for Future und Filmveranstaltung am 26.09.19 der Deutschen Friedensgesellschaft/Vereinigte KriegsdienstgegerInnen (DFG/VK) Am 20.09.19 haben bei der großen Demonstration neben etwa 6000 anderen Menschen auch verschiedene Aktive aus der Friedensbewegung in Lübeck mit für die Rettung des Weltklimas demonstriert. Die dort vom Filmemacher Nils-Holger Schomann gehaltene Rede (siehe unten) machte deutlich, daß ein klarer Zusammenhang zwischen Klimazerstörung und Krieg besteht. "Kampfflugzeuge der Bundeswehr, wie die Tornados, die von Jagel bei Schleswig zur Kriegsbeteiligung im Irak und in Syrien geflogen sind, verbrauchen pro Flugstunde im Schnitt 4650 l Kerosin. Für das dadurch ausgestoßene CO2 könnte ein Handwerker mit seinem Diesel Transporter 50 bis 60 000 km fahren" rechnete Schomann dabei vor. Armeen auf der ganzen Welt gehörten durch Übungen und Kriege zu den größten Umweltverschmutzern überhaupt. Deshalb wollen die beiden Gruppen der Friedensbewegung, Food not bombs und die Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte KriegsdienstgegerInnen am 26.09.19 ab 19 Uhr im Solizentrum in der Willy-Brandt-Alleeüber Abrüstung und Klimarettung diskutieren. Zur Einstimmung wird der 90 Minuten lange Film "Die Waffen nieder- Schwerter zu Pflugscharen- eine kleine Geschichte der Friedensbewegung gezeigt. Der Eintritt ist frei.

Rede von Nils-Holger Schomann für die DFG/VK am 20.09.10

bei Fridays for Future

Liebe Mitstreiterinnen und liebe Mitstreiter, als Mitglied der Deutschen Friedensgesellschaft, Vereinigte KriegsdienstgegerInnen freue ich mich sehr hier sprechen zu dürfen. Wir kommen hier bei der Weltfirma Dräger vorbei, die nicht nur Feuerwehren und Rettungssanitäter sondern auch die Bundeswehr und viele Armeen der Welt beliefert. Auf dem Drägergelände werden Sauerstoffmasken produziert, die auch von Kampfflugzeugpiloten verwendet werden. Krieg beginnt also auch hier in unserer Stadt mit Krigesproduktion. Seit Tagen brennt in Saudi-Arabien eine Raffinerie in Folge eines Drohnenangriffs, täglich werden durch den Brand des Öl Tausende Tonnen CO2 in die Athmosphäre freigesetzt. Und es besteht die akute Gefahr eines großen Krieges zwischen Saudi-Arabien und Iran, hinter denen jeweils Großmächte wie USA, Russland und China stehen, die ebenfalls eingreifen könnten. Es geht um die Beherrschung der Quellen für fossile Brennstoffe.

Noch mehr Menschen werden vor Krieg und Zerstörung Schutz in Europa und Deutschland suchen.

Die USA stehen hinter Saudi-Arabien. Erst vor kurzem, im Juni 2019, erschien eine Studie der Brown University, die nachweist, dass das US-amerikanische Militär, als weltweit größter Verbraucher von aus Erdöl hergestellten Treibstoffen auch der größte einzelne Erzeuger von Treibhausgasen ist. Allein im Jahr 2017 waren die Treibhausgasemissionen des US-Militärs größer als die der Industriestaaten Dänemark oder Schweden, das damit einen erheblichen Beitrag zur Erderwärmung leistet.

Nur eine Flugstunde des Jagdflugzeugs Eurofighter produziert mit 11 Tonnen Kohlenstoffdioxid so viel, wie durchschnittlich eine in Deutschland lebende Person im gesamten Jahr produziert.

Kampfflugzeuge der Bundeswehr, wie die Tornados, die von Jagel bei Schleswig zur Kriegsbeteiligung im Irak und in Syrien geflogen sind, verbrauchen pro Flugstunde im Schnitt 4650 l Kerosin. Für das dadurch ausgestoßene CO2 könnte ein Handwerker mit seinem Diesel Transporter 50 bis 60 000 km fahren.Aber was machen dies Tornados aus Schleswig-Holstein? Sie sind teil einer Zerstörungsmaschinerie, die Menschen, Tiere und Pflanzen tötet. Ein Tankflugzeug der Bundeswehr, wie es über dem Irak oder Syrien kreist, verbraucht selbst pro Stunde im Schnitt 15t Treibstoff. Doch nicht nur die Ein- und Ausübung von Krieg beschleunigen die Erderwärmung. Es sind auch die Unfälle, die damit einhergehen. Vor einem Jahr, im September 2018, brannte wochenlang ein Moor im Emsland. Die Ursache war eine Raketenschießübung der Bundeswehr auf einem Truppenübungsplatz. Dieser wochenlang andauernde Brand setzte enorme Mengen an Treibhausgasen und Feinstaub frei. Liebe Mitstreiterinnen und liebe Mitstreiter, keine weitere Energie sollte für die Bedrohung und Zerstörung von Menschen und Umwelt verwendet werden!

Lasst uns lauter und gemeinsam dafür einstehen! Kriege verschärfen den Klimawandel, die Abschaffung der Bundeswehr – das ist Klimaschutz!

Wir wollen keine Kriege, keine Kriegsübungen und keine Rüstungsproduktion, um Zugänge zu Ressourcen wie Öl und Gas zu sichern. Nein! Wir wollen keine Wirtschaftsinteressen sichern, sondern Menschen und ihr Leben! Das ist der Ruf nach dem Ende des Kapitalismus, der nur mit der Zerstörung des Planeten und mit Kriegen aufrecht erhalten bleibt.

Es ist an der Zeit, Menschen und das Klima vor Profite zu stellen!

Wer Waffen und Krieg sät wird Tod und Flucht ernten. Wir wollen keinen Krieg, wir wollen offene Grenzen für alle Menschen und geschlossene Grenzen für Waffen.

Klimaschädigung-Flucht – Krieg- Klimaschädigung – Hunger – Flucht – Krieg – Klimaschädigung. Das ist eine Elendsspirale, die wir bekämpfen, die wir durchbrechen müssen.

Wir wollen keinen Krieg, Wir wollen keine Kriegsmaschinen. Sie alle gehören abgeschafft. Militär löst keine Probleme, es produziert immer neue. Wer Klimaschädigungen entgegentreten will, muss das Militär abschaffen. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit !